Neue Digitale Franken
Unser Geld der Zukunft?
Während sich der Hype um Distributed-Ledger-Technologien (DLT), zu denen Blockchain gehört, in einigen Branchen ein wenig gelegt hat, beispielsweise in der Energiebranche, in der sich gezeigt hat, dass es effizientere Technologien für den lokalen Energiehandel gibt, ist die Nachfrage nach DLT-Lösungen im Finanzwesen weiterhin gross. Die Vielfalt an Lösungen wächst. Um diesbezüglich im Schweizer Kontext Orientierung anzubieten, erläutert dieses Buch vier neue digitale Geldformen, die für das Publikum in Schweizer Franken zugänglich sind oder in Kürze zugänglich sein sollen: Stablecoins von regulierten Herausgebern, Einlagentokens von Geschäftsbanken, digitales Zentralbankgeld (rCBDC) sowie synthetische CBDCs.
Zunächst wird das Wesen dieser tokenisierten Gelder, die sich in einigen Punkten grundlegend von digitalem Geld unterscheiden, anhand der Stichwörter eigentumsnah, dezentral, autonom und programmierbar erläutert. Ausschlaggebend ist dabei, dass tokenisiertes Geld nicht von vertrauenswürdigen Mittelspersonen abhängt, denn es ist die zugrunde liegende Technologie, die für Sicherheit sorgt.
Ein wichtiger Aspekt von DLT ist die Ermöglichung von Automatismen auf der Protokollebene des Geldes mit Smart Contracts. Die entsprechenden Regeln und Bedingungen lassen sich direkt in die Geldeinheiten integrieren. Solches Geld kann also seine Funktionen ohne menschliches Zutun ausüben, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Beispielsweise können staatlich ausgestellte Lebensmittelgutscheine realisiert werden, die nur für Lebensmittel ausgegeben werden können. Aber diese Möglichkeiten bergen auch Gefahren, da sie zur Fragmentierung des Geldsystems führen, rechtliche Fragen aufwerfen und die Finanztransaktionen verstärkt überwacht werden können.
Das Buch stellt internationale Entwicklungen vor, die mit der Digitalisierung ab den 1950er-Jahren begonnen haben. Anschliessend wird die Schweizer Situation skizziert, bei der der Bundesrat und die Nationalbank vorläufig keinen Zusatznutzen, sondern eher Risiken in einem elektronischen Zentralbankgeld sehen.
Dieses ausgewogene Buch ist eine fundierte Quelle für die Auseinandersetzung mit den neuen Geldvarianten. Begriffe werden präzise definiert, verschiedene Arten von Geld klassifiziert und detailliert beschrieben, Transaktionsarten und technologische Architekturen erläutert. Zudem werden gesellschaftliche, soziologische, rechtliche, ökonomische, politische und ökologische Perspektiven diskutiert. Ein ausgezeichneter Einstieg in eine komplexe Materie.